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04. September 2013   Einnahmepolitik

Wir sind dabei!

Aufruf von VertreterInnen der Bochumer Kinder- und Jugendarbeit

Die Einkommensschere zwischen Armen und Reichen hat sich in Deutschland dramatisch entwickelt. Die Vermögen der reichsten BürgerInnen sind stark angewachsen und das Privatvermögen des reichsten einen Prozent der Bundesbürger ist inzwischen höher als alle Schulden von Bund, Ländern und Kommunen zusammen. Ebenso steigt der Anteil der armen Bevölkerung stetig. Insbesondere Kinder und junge Erwachsene tragen ein überdurchschnittliches Armutsrisiko. In NRW leben fast jedes fünfte Kind unter 18 Jahren und fast jeder vierte junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 25 Jahren in einem einkommensarmen Haushalt.

Die öffentlichen Haushalte sind dramatisch unterfinanziert. So fehlen allein aufgrund der Steuergeschenke für Unternehmen und für Vermögende jährlich 50 Milliarden Euro in den Kassen. Kinder, Jugendliche und Familien sind von dieser Finanzmisere ganz besonders betroffen. Es gibt nicht genügend Betreuungsplätze in den Kindertageseinrichtungen. Schwimmbäder und Büchereien werden geschlossen. Spielplätze nicht mehr erneuert. Die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit werden eingeschränkt und viele Jugendfreizeithäuser sind in einem schlechten baulichen Zustand und müssten dringend saniert werden. In den Schulen gibt es reichlich Unterrichtsausfall, weil zuwenig Lehrerstellen besetzt sind. Großer Personalmangel und große Enge herrschen auch an den Universitäten.

In Deutschland wird zu wenig in Bildung und in die Förderung von Kindern und Jugendlichen investiert und die Bildungschancen sind besonders ungerecht verteilt. Werden öffentliche Angebote abgebaut, sind sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche ganz besonders betroffen, weil sie sich kommerzielle Unterstützungsangebote nicht leisten können.

Der Erhalt der sozialen und kulturellen Infrastrukturen wird nur gelingen, wenn die Einnahmen der öffentlichen Haushalte durch eine dauerhafte Vermögenssteuer und eine einmalige Vermögensabgabe spürbar verbessert werden. Wir werden nicht hinnehmen, dass die soziale Spaltung zunimmt und die Daseinsfürsorge immer stärker ausgehöhlt wird und wir werden deshalb am 14. September 2013 für mehr soziale Gerechtigkeit, für gute Lebensbedingungen  und faire Entwicklungschancen für Kinder und Jugendliche demonstrieren

Sozialkonferenz

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